Hausarztpraxis
Dr. med. Renate Meißner (Fachärztin für Allgemeinmedizin, Psychotherapie)
Dr. med. Horst Meißner (Facharzt für Innere Medizin)

Psychotherapie

Mindestens 20% unserer Bevölkerung leiden an psychischen (d.h. seelischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen, Angststörungen oder Zwängen) und/oder psychosomatischen Erkrankungen (d.h. seelischen Erkrankungen, die sich unmittelbar auf den Körper auswirken wie z.B. Asthma, bestimmte Hauterkrankungen oder Magengeschwüre).

Psychotherapie ist die Behandlung solcher seelischer oder seelisch bedingter körperlicher Erkrankungen mit psychologischen Mitteln. In der Behandlung stellt ein dafür ausgebildeter Therapeut eine berufliche Beziehung zum Patienten her mit dem Ziel:

Zwischen Körper und Seele besteht ein Wechselspiel, das gerade in unserer westlichen Zivilisation nicht immer leicht zu durchschauen ist. Schon der Volksmund hat dies zu benennen versucht mit Sätzen wie: „Das ist mir auf den Magen geschlagen“, „Das bricht mir das Herz“ oder „Das nimmt mir die Luft weg“. Mit diesen Zusammenhängen beschäftigt sich die Psychosomatik. Sie nimmt darauf Bezug, dass Körper und Seele eine Einheit darstellen, und dass es zu körperlichen Erkrankungen auch seelische Zugangswege gibt. Zwischenmenschliche Konflikte finden nicht selten in psychosomatischen Erkrankungen eine pathologische (krankhafte) Lösung.

Wie bei körperlichen Erkrankungen, so gibt es auch für seelische Erkrankungen unterschiedliche Therapieverfahren. Als Kassenleistungen werden derzeit die folgenden zwei Psychotherapie-Verfahren anerkannt:

1. Analytische und tiefenpsychologische Psychotherapie

Die analytische Psychotherapie geht in ihren Ursprüngen auf die Psychoanalyse S. Freuds zurück und versucht eine Veränderung krankmachender, tief verwurzelter seelischer Grundstrukturen zu bewirken. Dabei geht die analytische Theorie davon aus, dass die seelische Krankheit wesentlich von der Lebensgeschichte des Patienten mit verursacht wird. Dabei werden Schwierigkeiten und Konflikte zu den Bezugspersonen oft, da sie zu bedrohlich sind, ins Unbewusste verdrängt oder scheinbar vergessen, um erträglich zu werden. Dies gelingt jedoch nicht auf Dauer. Verschiedene Belastungssituationen und Konflikte im weiteren Leben führen zum Ausbruch einer seelischen Erkrankung.

In der analytischen Therapie versucht der Therapeut die ursprünglich krank machenden Strukturen zu erkennen. Dies gelingt, wenn der Patient bereit ist, über alles zu sprechen, was ihn bedrückt und was ihn beschäftigt. In der Beziehung zum Therapeuten werden allmählich gesündere und geeignetere Strukturen aufgebaut. Dies geschieht in sich wiederholenden Kreisläufen, so wie auch die früheren Strukturen in langen Jahren eines Lebens geprägt wurden und das braucht natürlich seine Zeit.

Die tiefenpsychologische Psychotherapie geht von den gleichen Grundannahmen wie die analytische Psychotherapie aus. Die Behandlung beschränkt sich jedoch auf bestimmte Konflikte und Teilziele. Die Dauer der Behandlung ist hierbei auf maximal 100 Stunden begrenzt.

2. Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie entwickelte sich auf der Grundlage der Lernpsychologie. Sie interessiert sich weniger für die Ursache der seelischen Störungen in der Lebensgeschichte des Patienten. Ihr Ziel ist es Hilfestellung zur konkreten Problembewältigung zu geben. Hierbei wird angenommen, dass krankhafte Verhaltensweisen letztlich erlernt sind und deshalb durch gezieltes Training wieder verlernt beziehungsweise umgelernt werden können. Die Verhaltenstherapie versucht deshalb stärker eine unmittelbare, mehr im Handlungsbereich liegende Verhaltensveränderung herbeizuführen. Hierbei wird auch der Entstehungsgeschichte der Verhaltensmuster große Aufmerksamkeit geschenkt, insbesondere den bedingenden, auslösenden und aufrechterhaltenden Anteilen. Anschließend werden neu zu erlernende Verhaltensstrategien entworfen und entwickelt, die der konkreten Problemlösung dienen.

Die Entwicklung eines solchen neuen Verhaltens kann über verschiedene Methoden erreicht werden; z.B. über Rollenspiele, aber auch durch Verhaltenserprobungen im alltäglichen Leben. Eine Möglichkeit besteht etwa darin, dass z. B. Platzangst durch gezieltes Aufsuchen der am meisten ängstigenden Situationen zunächst in Begleitung des Therapeuten verlernt wird. Der Patient macht dabei die Erfahrung, dass Herzrasen und Ängste überlebbar sind und abflauen, wenn er - beschützt - in der Situation verbleibt.


Kurzzeit - und Fokaltherapie

Beide Psychotherapieverfahren können auch als Kurzzeit- oder Fokaltherapie durchgeführt werden. Hierbei wird versucht im ersten Schritt das Hauptproblem zu erkennen, das das akute Leiden auslöst. Danach einigen sich Therapeut und Patient über das, was in der Therapie erreicht werden soll. Anschließend wird die Bearbeitung des Hauptproblems (Fokus) mit seinen Hintergründen, versucht. Man geht davon aus, dass die Symptome sich dann bessern, wenn die zugrundeliegenden Konflikte und Verhaltensweisen erkannt und dadurch verändert werden können. Diese Therapieform konzentriert sich auf das momentan wesentliche Problem und dauert maximal 25 Stunden. Sie kann, falls erforderlich, in eine Langzeitbehandlung umgewandelt werden.

Obwohl alle genannten Verfahren wissenschaftlich belegt sind, ist nicht jede Therapieform für jeden Patienten geeignet. Entscheidend für die Wahl des Verfahrens ist einerseits die Art der Erkrankung: So kann die Verhaltenstherapie vor allem bei Patienten mit Angststörungen mit Erfolg eingesetzt werden. Bei komplexeren Erkrankungen, bei denen es nicht nur auf Symptombeseitigung oder -linderung ankommt, sondern bei denen mehr eine Veränderung der Beziehungsstrukturen des Patienten angestrebt wird, ist eher eine tiefenpsychologische Methode zu empfehlen.

In unserer Praxis wird ausschließlich tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Dr. R. Meißner) durchgeführt. Aber wir beide beraten Sie gerne in einem ausführlichen Gespräch, wenn es um die Auswahl der für Sie und Ihre Erkrankung optimalen Therapieform geht und helfen Ihnen bei der Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten.